zu 1) Das Bild von Ivo Saliger "Das Urteil des Paris" wurde 1939 mit Öl auf Leinwand gemalt, ist 160 x 200 cm groß und befindet sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Im Zentrum des Bildes ist ein sitzender Mann auf einem Steinblock (Quader) zu sehen, der der stehenden Frau, die nackt ist, einen Apfel anbietet. Der Mann stützt sich mit seiner rechten Hand auf, die Beine sind geöffnet, der linke Arm stützt sich auf das Knie. Sein Blick richtet sich auf die Stehende, er ist mit einem lockeren Hemd und einer etwa knielangen Hose bekleidet. Der Blick der stehenden Frau richtet sich ebenfalls auf den Mann, die Arme haben eine offene Haltung, die Beine sind geschlossen. Rechts im Bild befinden sich zwei weitere Frauen. Die Vordere sitzt auf einem weißen Tuch, mit dem sie sich gerade bedeckt. Sie zeigt sich dem Betrachter von vorn, ihre Augen sind leicht geschlossen. Die dritte Frau wird als Rückenansicht gezeigt, um ihren rechten Arm herum befindet sich ein Stück Stoff, das als Kleidungsstück gedeutet werden könnte. Auffallend ist, dass alle drei Frauen die gleiche Haarfrisur tragen und dass ihre Körper- und Gesichtszüge annähernd identisch sind. Die Stehende hat lediglich eine andere Haarfarbe. Auch die Farbe der nackten Haut unterscheidet sich bei allen Personen nur unwesentlich. Alle Personen sind jung und sozusagen im Stadium der Erwartung, die beiden rechten Frauen bekleiden sich allerdings wieder, nachdem sie sich wohl präsentiert haben. (Gestik) Im mittleren Bildbereich verläuft eine Mauer, durch die eine Teilung hervorgerufen wird. Hinter der Mauer und im oberen rechten Bildbereich ist eine große Baumkrone zu sehen, die sozusagen die rechte Dreiergruppe umschließt. Im Hintergrund ist eine weite Landschaft mit Horizontlinie abgebildet, die dem Bild Tiefenraum verleiht. Komposition: Mehrere Dreiecksdarstellungen (mindestens zwei), Bildwirkung: statisch Naturalistischer Darstellungsmodus durch: Gegenstandsfarbe, Stofflichkeitsillusion, Perspektive, Proportionen, Malduktus Wirkung insgesamt: zeitnah (Frisuren, Kleidung), makellose Körper und glatte OberflächeȚ leblos, kühl und statisch (AFB I, II)

zu 2) und 3) Saliger
  • Vorführung körperlicher Reize in Konkurrenz oder Wettbewerb zueinander, aber keine Differenz untereinander
  • wählt, anstatt unter drei Göttinnen unter drei Ansichten ein und desselben ModellsȚ die Frau wird zum passiven Objekt (u.a. durch statische Wirkung) und als Idealtypus vorgeführt
  • Mythologisches Thema, um den fiktiven künstlerischen Charakter zu wahren
  • steht als Angebot sexueller Erfüllung dem Mann zur Verfügung (Hingabebereitschaft)
  • das Schönheitsideal hatte sich mit dem politisch benötigten Menschentyp (u.a., Gesundheit, Mutterschaft, Pflichterfüllung) zu decken (Zitat)
  • Trennung von Mann und Frau als grundverschiedene Wesenheiten (Zitat)
  • Funktionalisierung der Frau aus der Sicht des Mannes

    Rubens
  • Frauendarstellungen zeichnen sich durch Vitalität der Körper (korpulente Darstellung) aus, die in kargen Zeiten als Wohlstandskennzeichen und somit auch als Schönheitsideal galt
  • Ausdruck von Lebenslust (Mimik, Gestik, Farbigkeit, Dynamik) und möglicherweise persönlichem Glück
  • Differenzierte Nähe zum mythologischen Thema durch Attribute, Kleidung (Stoffe) und Schmuck eher gegeben, stimmungsvoll und somit glaubwürdiger
  • durch mehr Körperlichkeit / Differenziertheit mehr Identität, aber auch Objekt menschlicher Begierde (Voyeurismus) (AFB III)

    Bewertung: Die Note gut soll erteilt werden, wenn:
  • die schriftliche Reflexion alle drei Anforderungsbereiche aufweist (überwiegend II, teils auch III) und die Aufgabenstellung in ihren komplexen Zügen erkannt wurde
  • die Intentionen und Zielrichtungen selbständig zu einer nachvollziehbaren, zusammenhängenden schriftlichen Lösung geführt haben
  • die fachspezifischen Begriffe und die schriftsprachliche Darstellung klar , zielgerichtet, geordnet und argumentativ schlüssig vorgetragen wurde Die Note ausreichend soll erteilt werden, wenn
  • die schriftliche Reflexion erkennen lässt, dass Leistungen des Anforderungsbereiches I und mindestens Leistungen des Anforderungsbereiches II vorliegen
  • der Charakter der Aufgabenart und der Schwerpunkte erfasst und Ansätze zur Lösung vorliegen
  • fachsprachliche Begriffe und Verfahren erkennbar sind
  • die Ergebnisse verständlich und geordnet dargelegt werden